Frau läuft im gleichmäßigen Tempo im Abendlicht

Du gehst regelmäßig ins Gym, aber zwei Stockwerke Treppe bringen dich trotzdem außer Atem. Oder du hast schon dreimal mit dem Laufen angefangen und jedes Mal nach zwei Wochen aufgehört, weil es sich nur nach Quälerei angefühlt hat. Beides hat oft dieselbe Ursache: Ausdauertraining wird entweder ganz weggelassen oder viel zu hart gemacht. Dabei ist der Einstieg unspektakulär, sobald du weißt, welche Form zu dir passt, wie intensiv du wirklich trainieren solltest und wie sich Ausdauer mit Krafttraining verträgt.

Was Ausdauertraining ist

Ausdauertraining umfasst alle Aktivitäten, bei denen du über einen längeren Zeitraum in Bewegung bleibst und dein Körper überwiegend aerob arbeitet, also mit Sauerstoff Energie gewinnt. Die Muskeln arbeiten dauerhaft, Herz und Lunge liefern kontinuierlich nach. Das Ziel: eine Belastung möglichst lange durchhalten, ohne vorzeitig zu ermüden.

Typische Formen:

Welche Sportart du wählst, ist zweitrangig. Wichtiger ist, dass du sie regelmäßig machst. Bei Übergewicht oder Gelenkbeschwerden sind Radfahren und Schwimmen oft die verträglichere Wahl, weil sie die Gelenke weniger belasten als Laufen.

Älterer Mann schwimmt Brustschwimmen in einem Hallenbad

Die vier Methoden im Ausdauertraining

Die Methoden unterscheiden sich vor allem darin, wie Belastung und Erholung verteilt sind:

Eine Faustregel aus dem Ausdauersport: rund 80 Prozent des Umfangs locker, 20 Prozent intensiv. Wer die Verteilung umdreht, fühlt sich nach jeder Einheit fertig, kommt aber selten weiter.

Was regelmäßiges Ausdauertraining im Körper verändert

Der Körper passt sich an wiederholte Belastung an, und zwar auf mehreren Ebenen:

Im Alltag merkst du das daran, dass dich dieselbe Belastung weniger anstrengt: Treppen, der Radweg zur Arbeit, ein langer Tag auf den Beinen.

Gesundheitliche Vorteile

Die Effekte gehören zu den am besten belegten in der Sportmedizin:

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Erwachsenen mindestens 150 Minuten moderate oder 75 Minuten intensive Ausdaueraktivität pro Woche. Fünfmal 30 Minuten zügiges Gehen reicht also, um in diesen Bereich zu kommen. Mehr bringt mehr, aber der größte Sprung passiert zwischen gar nichts und regelmäßig etwas.

Intensität steuern: Puls, Borg-Skala, Sprechtest

Der häufigste Fehler im Ausdauertraining ist nicht zu wenig Training, sondern zu hartes. Deshalb solltest du wissen, in welchem Bereich du dich gerade bewegst. Drei Methoden, von technisch bis simpel:

BereichAnteil der max. HerzfrequenzBorg (6–20)SprechtestTypische Einheit
Locker, Regeneration50–60 %9–11Unterhaltung mühelosEinlaufen, lockerer Lauf 20–30 Min.
Grundlagenausdauer60–75 %11–14ganze Sätze möglichDauerlauf 30–60 Min.
Tempodauerlauf75–85 %14–16nur kurze Sätze20–30 Min. zügig
Intervalle85–95 %17–19einzelne Worte6 × 2 Min. schnell, 2 Min. locker

Die Grenzen zwischen den Bereichen sind fließend. Wenn Pulsuhr und Sprechtest sich widersprechen, gewinnt der Sprechtest.

Ausdauertraining und Krafttraining kombinieren

Kraft und Ausdauer schließen sich nicht aus, sie ergänzen sich. Die Reihenfolge hängt davon ab, was dir wichtiger ist:

In beiden Fällen entscheidet die Regeneration. Zwei harte Einheiten direkt hintereinander, etwa schweres Beintraining und am nächsten Tag Intervalle, können schnell zur Überlastung führen. Plane pro Woche mindestens einen kompletten Ruhetag ein.

Mann macht Step-ups auf einer Box im Studio

Häufige Fehler

Trainingspläne für Einsteiger und Fortgeschrittene

Einsteiger: in sechs Wochen Richtung 30 Minuten Laufen

Drei Einheiten pro Woche, jeweils mit einem Ruhetag dazwischen. Gelaufen wird im Sprechtempo, nicht schneller.

WocheAblauf pro EinheitGesamtdauer
1–25 Min. Gehen, 1 Min. Laufen, im Wechsel20–25 Min.
3–43 Min. Gehen, 2 Min. Laufen, im Wechsel25–30 Min.
5–62 Min. Gehen, 4 Min. Laufen, im Wechsel30 Min.
ab 7Gehpausen weiter verkürzen, Laufblöcke verlängern30 Min., später bis 45 Min. am Stück

War eine Woche zu schwer, wiederhole sie. Der Plan ist ein Gerüst, keine Vorschrift.

Fortgeschrittene: vier Einheiten pro Woche

Ziel ist hier nicht mehr das Durchhalten, sondern die Steigerung: bessere Zeiten, längere Distanzen oder die Vorbereitung auf einen konkreten Lauf.

Wo Ausdauertraining an Grenzen stößt

Ausdauertraining ist ein starkes Werkzeug, aber kein Allheilmittel. Muskeln baut es kaum auf, dafür brauchst du Krafttraining mit steigender Belastung. Beim Abnehmen hilft es, entscheidet aber nicht allein: Die Energiebilanz hängt zum größeren Teil an der Ernährung. Die Pulsformel 220 minus Alter ist ein grober Schätzwert und kann bei dir deutlich danebenliegen. Und wer Herzprobleme, hohen Blutdruck oder eine lange Trainingspause hinter sich hat, sollte den Einstieg ärztlich absichern, statt einfach loszulaufen.

Du musst weder einen Marathon laufen noch täglich stundenlang trainieren. Zwei bis drei moderate Einheiten pro Woche, kombiniert mit etwas Krafttraining, bilden bereits eine solide Basis für einen belastbaren Körper. Der Rest ist Regelmäßigkeit.

Was den meisten dabei fehlt, ist nicht Wissen, sondern ein Rahmen: ein Plan, der Kraft- und Ausdauertage sinnvoll verteilt, und ein Ort, an dem du Gewicht, Maße und jede Einheit festhältst, damit du die Anpassung über Wochen tatsächlich siehst. Genau dafür ist YUKADO gebaut.

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    Hinweis: Dieser Artikel ist eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine ärztliche oder physiotherapeutische Beratung. Bei Vorerkrankungen, Beschwerden oder nach längeren Trainingspausen sprich vor dem Start mit deinem Arzt.

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